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Meditationstexte und Gebete

Ich kenne die Wahrheit und sage sie nicht.
Ich hab' deine Liebe und tue sie nicht.
Ich glaub an dich und vertraue dir nicht.
Ich spreche vom Nächsten und ich sehe ihn nicht.
Ich diene dem Geld und ich schäme mich nicht.
Ich höre vom Hunger und es kümmert mich nicht.
So ist es, doch so bleiben darf es nicht.
Erbarme dich!


Verfasser unbekannt



Mein Vater, ich überlasse mich dir;
Mach mit mir, was dir gefällt.
Was auch immer du mit mir tun magst,
ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit,
alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
Und an all deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.

In deine Hände lege ich meine Seele.
Ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben, mich in deine Hände zu legen,
ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen.
Denn du bist mein Vater.


Charles de Foucauld



Hilf uns, Herr,
dass wir Liebe haben zu allen Menschen.
Lass uns eines Sinnes sein untereinander,
mit den Fröhlichen uns freuen,
mit den Weinenden weinen.
Gib, dass wir uns nicht über andere erheben,
niemandem Böses mit Bösem vergelten,
sondern einander helfen, die Last des Lebens zu tragen.
Lass uns auf das Gute bedacht sein und, soviel an uns liegt,
Frieden halten mit allen Menschen.
Hilf uns, das Böse zu überwinden durch das Gute.

Erwecke deine Kirche und fange bei mir an.
Mache lebendig unsere Gemeinde und fange bei mir an.
Bringe deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen
Und fange bei mir an.

aus China



Du bist anders

Du stellst dich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzieren.
Du kehrst beim Zöllner ein, als sich alle über ihn empören.
Du rufst die Kinder zu dir, als alle sie wegschicken wollen.
Du liebst die Schwachen, als nur die Starken etwas gelten.
Du entziehst dich der Menge, als sie dich zum König machen will.
Du nennst Judas "Freund", als er dich deinen Feinden ausliefert.
Du vergibst dem Petrus, als er sich selbst verdammt.
Du versprichst dem Schächer das Reich Gottes, als alle ihm die Hölle wünschen.
Du nimmst die Schuld auf dich, als alle ihre Hände in Unschuld waschen.
Du stirbst am Kreuz, als alle Ostern feiern.
Du erstehst vom Tod, als alle meinen, nun sei es zu Ende.
Jesus, ich danke dir, dass du anders bist.


Verfasser unbekannt



Endlich einer

Endlich einer, der sagt: "Selig die Armen!"
und nicht: "Wer Geld hat, ist glücklich!"
Endlich einer, der sagt: "Liebe deine Feinde!"
und nicht: "Nieder mit den Konkurrenten!"
Endlich einer, der sagt: "Selig, wenn man euch verfolgt!"
und nicht: "Passt euch jeder Lage an!"
Endlich einer, der sagt: "Der Erste soll der Diener aller sein!"
und nicht: "Zeige, wer du bist!"
Endlich einer, der sagt: "Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt?" und nicht: "Hauptsache vorwärts kommen!"
Endlich einer, der sagt: "Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit!"
und nicht: "Was tot ist, ist tot!"


Martin Gutl



Vorsatz

Ich will heute den Mund halten,
wenn mir ein böses Wort auf der Zunge brennt,
ich will heute tief Luft holen,
bevor ich durch eine unbedachte Äußerung
die Stimmung vergifte,
ich will heute nachsichtig sein
und nicht die Fehler meiner Mitmenschen auflisten,
ich will heute etwas tun,
das mir schwer fällt,
aber einen Menschen aufrichtet.

Christa C. Kokol



Gebet zu Maria, der gütigen Helferin

Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria,
dass von Ewigkeit her nicht gehört worden,
dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm,
deinen Beistand anrief und um deine Fürbitte flehte,
von dir verlassen worden sei.

Durch solches Vertrauen ermuntert,
nehme ich meine Zuflucht zu dir,
o Maria, Jungfrau über alle Jungfrauen und Mutter Jesu Christi.
Zu dir komme ich, zu dir eile ich, vor dir stehe ich
als sündiger Mensch seufzend und zitternd da.

O Herrscherin der Welt, Mutter des ewigen Wortes,
wollest doch nicht meine Worte verschmähen,
sondern höre mich gnädig an und erhöre mich.
Amen.

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